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Interview zum Weltnierentag am 11.03.2021

Am Donnerstag, den 11.03.2021, ist Weltnierentag. In Deutschland leben etwa neun Millionen Menschen mit einer chronischen Nierenkrankheit (Quelle: www.dgfn.eu, Stand: 08.03.2021). Doch was bedeutet es für die einzelne Person mit einer Diagnose zu leben, die die Lebensqualität sehr stark beeinflussen kann? Die LAG Selbsthilfe RLP e.V. möchte zum morgigen Weltnierentag ihren Mitgliedsverband "Interessengemeinschaft Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V." aus Rheinland-Pfalz genauer vorstellen. Der Verband engagiert sich seit Jahren für Menschen, die mit einer Nierenerkrankung leben, und für deren Angehörige.

LAG Selbsthilfe RLP:

Herr Steffens, Sie sind seit 2015 Vorsitzender des Vereins Interessengemeinschaft Niere Rhein-Ahr-Eifel. Wie ist Ihre Geschichte, wie sind Sie zu dem Verein gestoßen?

Alfons Steffens, Vorsitzender IG Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V.:

Ich war 2003 Dialyse-Patient. Unter dem Begriff der Dialyse versteht man ein Verfahren, das die Funktion der Niere ersetzt, weil diese aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr vollständig arbeitet. Es gibt unterschiedliche Arten von Dialyseverfahren. Ich hatte eine Hämodialyse. Sie fand in der Regel dreimal pro Woche über vier bis fünf Stunden statt. In dieser Zeit habe ich andere Menschen mit einer Nierenerkrankung kennengelernt. Im Austausch mit anderen Dialyse-Patienten_innen wurde mir von dem Verein und der Selbsthilfearbeit berichtet. Ich schloss mich dem Verein an und bin nun schon seit vielen Jahren ehrenamtlich aktiv.

2003 habe ich im Rahmen einer Transplantation eine Spenderniere erhalten und konnte ein neues Leben ohne Dialyse beginnen. Heute geht es mir sehr gut und ich bin neben meiner Tätigkeit als Vorsitzender unseres Vereins unter anderem für das IGN Journal zuständig. Unsere Vereinszeitschrift kann auf unserer Homepage digital erworben werden (https://www.ign-rhein-ahr-eifel.de/archiv/ign-journal/). Unsere Mitglieder oder andere Interessierte wie Arztpraxen erhalten unsere Ausgabe als Printversion. Die Zeitschrift ist kostenfrei und informiert über aktuelle Ereignisse rund um das Thema Nierenerkrankung und unsere Selbsthilfearbeit.

LAG Selbsthilfe RLP:

Was bedeutet es für das alltägliche Leben, eine Nierenerkrankung zu haben?

Alfons Steffens, Vorsitzender IG Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V.:

Eine Nierenerkrankung verändert den Ablauf des Alltags. Die Einschränkungen sind enorm belastend. Um die Krankheit anzunehmen, ist es wichtig, sich damit auseinander zu setzen. Eine gesunde Ernährung, sportliche Aktivitäten sowie die Teilnahme am sozialen Leben sind wichtig, um besser mit der Krankheit leben zu können. Mithilfe unserer Vereinstätigkeit wollen wir Menschen Motivation schenken, Informationen geben, aber auch Ablenkung ermöglichen, um einen Weg zu finden mit einer Nierenerkrankung zu leben. 

LAG Selbsthilfe RLP:

Warum ist es wichtig, dass es gemeinnützige Vereine in der Selbsthilfe und ehrenamtliche Aktive wie Sie gibt?

Alfons Steffens, Vorsitzender IG Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V.:

Unsere Hauptaufgabe sehen wir in der Unterstützung von nierenkranken Menschen. Es ist uns wichtig, aus Patientensicht zu informieren und aufzuklären. Ein Verein kann eine große Stütze sein. Gemeinschaftliche Aktivitäten sind aber nicht nur auf die Krankheit bezogen, sondern es wird sich auch über andere persönliche Themen ausgetauscht. Wir organisieren monatliche Brunch-Events oder Kegeltreffs. Aufgrund der Corona-Pandemie sind sie aktuell nicht umsetzbar, aber wir hoffen auf eine schnelle Änderung der Lage, um sich wieder persönlich treffen zu können.

LAG Selbsthilfe RLP:

Was sind die größten Sorgen Ihrer Mitglieder im Hinblick auf die Corona-Pandemie?

Alfons Steffens, Vorsitzender IG Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V.:

Ein wichtiger Aspekt in der Corona-Pandemie ist die mögliche Impfung. Aktuell dürfen Menschen mit chronischer Nierenkrankheit oder Personen nach einer Organtransplantation in Rheinland-Pfalz geimpft werden (https://impftermin.rlp.de/). Es gibt unterschiedliche Fragestellungen zu dieser Thematik. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie oder die Deutsche Transplantationsgesellschaft bewerten fortlaufend wissenschaftliche Ergebnisse zu Impfstoffen und Impfstrategien gegen SARS-CoV-2 und die damit verbundenen Impfempfehlungen. Ansonsten bleibt in der Corona-Pandemie das Bedürfnis sich endlich wieder treffen zu können, um gemeinsame Aktivitäten wie eine Wanderung oder Aktionen für das Werben unserer Selbsthilfearbeit zu planen.

LAG Selbsthilfe RLP:

Was wünscht sich die Interessengemeinschaft Niere Rhein-Ahr-Eifel für die Zukunft?

Alfons Steffens, Vorsitzender IG Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V.:

Ein großes Anliegen neben der generellen Unterstützung von Menschen mit Nierenerkrankungen und deren Angehörigen ist es, auf den Mangel von Spenderorganen hinzuweisen. Die Transplantationswartezeit einer neuen Niere beträgt im Durchschnitt 10 Jahre. Wir werben für einen Organspendeausweis und fordern von der Politik mehr Initiative. Die Wartezeit muss sich in der Zukunft für alle Menschen, die auf ein neues Organ angewiesen sind, deutlich verkürzen.

Links ist Alfons Steffens mit einem Glas zu sehen. Zudem das Logo des Vereins und des Weltnierentag. Rechts ist Johannes Schweizer zu sehen. Er schenkt sich mit einer Wasserflasche ein Glas Wasser ein.

Johannes Schweizer (rechts im Bild), Geschäftsführer der LAG Selbsthilfe RLP e.V. und Herr Steffens (links im Bild) trinken Corona bedingt getrennt voneinander ein Glas Wasser. Diese symbolische Geste soll daran erinnern, wie lebenswichtig die Nieren als Organe sind und sie regelmäßige Pflege benötigen. So sollen andere auf ihre Lebensgewohnheiten aufmerksam gemacht werden und unter dem Hashtag #PKDGlasWasser zum Weltnierentag einen guten Einstieg in Gespräche über Risiken für und Belastungen bei Nierenerkrankungen sowie über die notwendige Prävention geben.

Alle Information zu der Hashtag-Aktion finden Sie hier:

https://pkdcure.de/index.php?page=weltnierentag, Link öffnet in neuem Fenster!

Alle Information und Kontaktmöglichkeiten zum Verein Interessengemeinschaft Niere Rhein-Ahr-Eifel e.V. finden Sie hier:

https://www.ign-rhein-ahr-eifel.de/, Link öffnet in neuem Fenster!

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PM zur Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt

Pressemitteilung der LAG Selbsthilfe RLP zur Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt

Im Superwahljahr 2021 setzen über 400 Organisationen ein Zeichen für Menschlichkeit und Vielfalt

Mainz, 05.03.2021. Diese Woche wurde die gemeinsame Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt von mittlerweile 461 Initiativen, Einrichtungen und Verbänden, die sich für Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen oder psychischen Beeinträchtigungen einsetzen, zum Auftakt des Wahljahres veröffentlicht. Gemeinsam wird so eine klare Haltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus bezogen und vor Hetze und Stimmungsmache rechter Akteur_innen gewarnt. Mit Besorgnis beobachten die Verbände, wie versucht wird, eine Stimmung zu erzeugen, die Hass und Gewalt nicht nur gegen Menschen mit Behinderungen und Menschen mit psychischer oder physischer Erkrankung anheizt, sondern gegen all jene, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft einsetzen.

„Wir treten ein für Menschlichkeit und Vielfalt. Und wir sind nicht alleine: Wir stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die das Auftreten und die Ziele von Parteien wie der Alternative für Deutschland und anderer rechter Bewegungen entschieden ablehnen“, heißt es in der Erklärung. Die AfD habe vielfach gezeigt, dass sie in ihren Reihen Menschen- und Lebensfeindlichkeit dulde sowie Nationalismus, Rechts-populismus und Rechtsextremismus fördere. Heute sei daher plötzlich „wieder an der Tagesordnung, was in Deutschland lange als überwunden galt“, warnen die Unterzeichnenden.

„Wir begrüßen es sehr, dass allein in Rheinland-Pfalz 66 Organisationen, darunter Selbsthilfe- und Wohlfahrtsverbände aber auch Kultur- und Bildungseinrichtungen, die Erklärung mitzeichnen. Sie signalisieren so, dass gegenwärtige Entwicklungen nicht nur wahr-, sondern auch ernstgenommen werden und jegliche Form von Ausgrenzung und Diskriminierung entschieden abgelehnt wird“, erklärt Johannes Schweizer, Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz (LAG Selbsthilfe RLP).

In den nächsten Monaten wollen die Unterzeichnenden im Rahmen verschiedener öffentlichkeitswirksamer Aktivitäten, aber auch im Rahmen der regulären Aufklärungs- und Beratungsarbeit, auf ihr Anliegen aufmerksam machen und im Superwahljahr 2021 ein Zeichen für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte setzen. „In der Vergangenheit haben sich Selbsthilfeorganisationen und die Sozialverbände in der Regel nicht öffentlich politisch positioniert, was die Bedeutung und Dringlichkeit dieses Zusammenschlusses deutlich macht und eine starke Signalwirkung hat,“ erklärt Oliver Pfleiderer, stellvertretender Vorsitzender der LAG Selbsthilfe RLP.

Der gesamte Erklärungstext und die Liste der Mitzeichnungen ist online unter www.wir-fmv.org abrufbar.

Hintergrund: Bereits im April 2018 und im November 2019 haben sich zahlreiche Verbände öffentlich gegen Versuche aus den Reihen der AfD positioniert, Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen herabzuwürdigen und für rassistische Stimmungsmache zu instrumentalisieren.

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Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt

PRESSEMITTEILUNG zur Veröffentlichung der Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt

Über 400 Organisationen unterzeichnen Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt im Superwahljahr 2021

Mit der gemeinsamen Erklärung zeigen zum Auftakt des Wahljahres 435 Verbände, Initiativen und Einrichtungen aus dem Bereich der Behindertenhilfe und der Sozialen Psychiatrie gemeinsam klare Haltung gegen Rassismus und Rechtsextremismus und warnen vor Hetze und Stimmungsmache rechter Akteur*innen wie der AfD und ähnlicher Bewegungen. Mit Sorge beobachten die Verbände, wie versucht wird, eine Stimmung zu erzeugen, die Hass und Gewalt nicht nur gegen Menschen mit Behinderung, psychischer oder physischer Krankheit schürt, sondern gegen alle, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft engagieren.

„Wir treten ein für Menschlichkeit und Vielfalt. Und wir sind nicht alleine: Wir stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die das Auftreten und die Ziele von Parteien wie der Alternative für Deutschland und anderer rechter Bewegungen entschieden ablehnen“, heißt es in der Erklärung. Die AfD habe vielfach gezeigt, dass sie in ihren Reihen Menschen- und Lebensfeindlichkeit dulde, sie fördere Nationalismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus. Heute sei daher plötzlich „wieder an der Tagesordnung, was in Deutschland lange als überwunden galt“, warnen die Unterzeichnenden.

Die Mitzeichnenden, die von Organisationen der Selbsthilfe über Förder- und Inklusionsorganisationen bis zu Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege reichen, zeigen sich entschlossen, Hass und Hetze entgegenzutreten: „Wir lassen nicht zu, dass in Deutschland eine Stimmung erzeugt wird, die unsere Gesellschaft spaltet“, heißt es in der Erklärung.

Durch Aufklärung, Beratung und öffentlichkeitswirksame Aktionen soll durch verschiedenste Aktivitäten der Unterzeichnenden „für eine menschliche und lebenswerte Zukunft für uns alle“ geworben werden. Ziel der Mitzeichnenden ist es, im Superwahljahr ein Zeichen für Demokratie zu setzen. Sie betonen, es komme auf jede Stimme an und fordern auf, zur Wahl zu gehen.

Unterzeichnet wurde die Erklärung unter anderem vom Sozialverband VdK Deutschland, dem Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland, den Fachverbänden für Menschen mit Behinderung, dem Paritätischen Gesamtverband und der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie. Bislang wird die Erklärung bundesweit von weit mehr als 400 Verbänden, Initiativen und Einrichtungen mitgetragen.

Der gesamte Erklärungstext und die Liste der Mitzeichnungen ist online unter www.wir-fmv.org abrufbar.

Hintergrund: Bereits im April 2018 und im November 2019 haben sich zahlreiche Verbände öffentlich gegen Versuche aus den Reihen der AfD positioniert, Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen herabzuwürdigen und für rassistische Stimmungsmache zu instrumentalisieren.

Kontakt für Presseanfragen: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Stimmen der Unterstützer*innen der Erklärung für Menschlichkeit und Vielfalt sind in Zitatform unter www.wir-fmv.org/Stimmen abrufbar.


Die Erklärung:

Eintreten für Menschlichkeit und Vielfalt!

Als Initiativen, Einrichtungen und Verbände, die sich für Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung einsetzen, wenden wir uns gegen jegliche Form von Ausgrenzung und Diskriminierung. Wir treten ein für Menschlichkeit und Vielfalt.

Und wir sind nicht alleine: Wir stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die das Auftreten und die Ziele von Parteien wie der Alternative für Deutschland (AfD) und anderer rechter Bewegungen entschieden ablehnen. Die AfD hat vielfach gezeigt, dass sie in ihren Reihen Menschen- und Lebensfeindlichkeit duldet. Sie fördert Nationalismus, Rechtspopulismus und Rechtsextremismus.

Diese Entwicklung macht uns große Sorgen. Denn heute ist wieder an der Tagesordnung, was in Deutschland lange als überwunden galt: Hass und Gewalt gegen Menschen aufgrund von Behinderung, psychischer und physischer Krankheit, Religion oder Weltanschauung, sozialer oder ethnischer Herkunft, Alter, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität sowie nicht zuletzt gegen Personen, die sich für eine offene und vielfältige Gesellschaft engagieren.

Das ist nicht hinnehmbar und muss aufhören! Wir sagen NEIN zu jeglicher Ideologie der Ungleichwertigkeit von Menschen. Die Würde des Menschen ist unantastbar!

Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass:

  • sich Hass und Gewalt nicht weiter ausbreiten können,
  • niemand das Recht auf Leben von Menschen mit Behinderungen in Frage stellen darf und
  • Menschen nicht ausgegrenzt, benachteiligt und diskriminiert werden.

Wir lassen nicht zu, dass in Deutschland eine Stimmung erzeugt wird, die unsere Gesellschaft spaltet. Wir setzen uns ein für eine menschliche und lebenswerte Zukunft für uns alle!


Die Erklärung erhalten Sie über folgenden Link zum Downbload:

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Kontakt

LAG Selbsthilfe Behinderter Menschen RLP

Kaiserstr.42

55116 Mainz

Telefon 06131-336280

E-Mail: info@lag-sb-rlp.de

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